Bild vergrößern!
Teichhuhn, Teichralle
Lateinisch: Gallinulla chloropus 
Englisch: Moorhen 
Französisch: Gallinule poule-d'eau 
 
Klasse: Vögel 
Ordnung: Kranichvögel 
Familie: Rallen

Größe: bis 31 cm
Lebensraum: Deckungsreiche Binnenseen

Das Teichhuhn oder die Teichralle ist kleiner als eine Blässralle. Die Stirnlappe ist rot gefärbt, die Schnabelspitze gelb. Das überwiegend schieferschwarze Gefieder kontrastiert zu den weißen Unterschwanzdecken und den gelbgrünen Füßen und Beinen. Beim Laufen oder auch beim Schwimmen zeigen die Teichhühner ruckartige Bewegungen und bewegen dabei den Schwanz rhythmisch nach oben. Bei diesem Warnsignal werden die weißen Unterschwanzdecken präsentiert. Die ganz jungen Teichhühner weisen eine Besonderheit auf: Bei ihnen sind rudimentäre Vordergliedmaßen zu sehen. Teichhühner rufen regelmäßig mit einem „Kürrk“ oder lassen ein aufgeregtes „Kick-kick“ vernehmen. Es gibt zahlreiche Unterarten, eine davon wird als Grünfüßiges Teichhuhn bezeichnet.
Bild vergrößern!
Lupe
Junge Teichhühner mit rudimentären Vordergliedmaßen
Teichhühner leben eher auf kleineren Seen und Teichen, bei denen sie im Uferbereich eine gute Deckung vorfinden. Bei Gefahr rennen sie davon und suchen dort Schutz. Die riesigen Füße ermöglichen ein gutes Laufen auf den Wasserpflanzen. Die Balz beginnt oft schon am Ende des Jahres, bevor der Winter kommt. Die Weibchen kämpfen dabei um ein Männchen. Wenn sich ein Weibchen einem Männchen nähert, vollzieht dieses ein Scheinpicken und schwimmt dem Weibchen nach. Die Paarbindung ist erfolgt, wenn das Weibchen das Scheinpicken erwidert, die Distanz vermindert und sich beide das Gefieder pflegen.
Bild vergrößern!
Lupe
Teichhuhn schwimmt auf dem Wasser
Das Nest wird ab Ende Februar in Ufernähe im seichten Wasser gebaut. Es ist ein napfförmiger Bau aus Schilfblättern und Halmen, der relativ gut getarnt ist. Am Nestbau, am Brüten und an der Fütterung sind beide Elternteile beteiligt. Sie wechseln sich dabei regelmäßig ab. Manchmal helfen auch Nachbarn dabei aus. Vom Weibchen werden fünf bis elf Eier gelegt. Die Eiablage erfolgt nicht gleichzeitig, und es sind oft auch nicht alle Eier befruchtet. Es kann auch sein, dass das Weibchen schon direkt nach dem Schlüpfen neue Eier legt. Das Brüten der Eier dauert ungefähr drei Wochen. Kurz vor dem Schlüpfen baut das Männchen gelegentlich ein zusätzliches Schlafnest für die Jungen. Schon wenige Tage nach dem Schlüpfen locken die Eltern die Jungen mit Lockrufen aus dem Nest.
Bild vergrößern!
Lupe
Teichhuhn beim Brüten im Nest
Teichhühner fressen gerne frische Triebe, Samen und Früchte von den Wasserpflanzen. Sie tauchen nur selten, lieber picken sie ihre Nahrung beim Schwimmen oder beim Klettern im Gebüsch auf. Aber auch Schnecken und Würmer stehen auf dem Speiseplan. Greifvögel wie die Rohrweihe und der Mäusebussard, aber auch der Uhu sind fähig, ein Teichhuhn zu erbeuten. Mauswiesel und Wildschwein zählen zu den Eierdieben. Die Küken können Mardern, Wanderratten oder verwilderten Hunden zu Opfer fallen. Gefahr droht den Teichhühner auch direkt aus dem Wasser: Der Hecht und der Wels können ein junges Teichhuhn fangen und verschlingen. Im Winter bietet die Vegetation am Wasser nur wenig Schutz, und während der Brutzeit sind die Teichhühner aufgrund der Aufzucht unter Stress. Manche Teichhühner suchen für das Brüten sogar gezielt die Nähe des Menschen, weil die Beutegreifer dadurch abgeschreckt werden.
Bild vergrößern!
Lupe
Jüngeres, noch nicht ausgefärbtes Teichhuhn
Die Populationen in Mitteleuropa ziehen im Winter bis in den Mittelmeerraum. Manche ziehen weniger weit und suchen im Winter eine Gegend auf, die etwas südlicher oder westlicher liegt, zum Beispiel in Frankreich oder Belgien. Die britischen Teichhühner sind Standvögel, während die Teichhühner aus Skandinavien bis nach Afrika ziehen.