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Rotschenkel
Lateinisch: Tringa totanus 
Englisch: Redshank 
Französisch: Chevalier gambette 
  
Klasse: Vögel 
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Schnepfenvögel

Größe: bis 29 cm 
Lebensraum: Moor, Salzwiese, Watt
Im Gegensatz zum Grünschenkel hat der Rotschenkel leuchtend rote Beine und einen geraden, roten Schnabel, der zur Spitze hin dunkler wird. Auch ist das Gefieder brauner gefärbt. Das graubraune Gefieder erscheint auf der Unterseite heller, im Prachtkleid ist es dort mit dunklen Sprenkeln versehen. Im Flug ist auf der Flügelunterseite ein weißer Flügelrand zu erkennen. Der Ruf ist ein flötendes „Djü-dü-dü“. Das Revier wird energisch mit einem lauten „Tjiktjiktjik“ verteidigt. Die Flügelspannweite beträgt 47 bis 53 Zentimeter, das Gewicht 110 bis 150 Gramm.

Rotschenkel leben vor allem in Nordeuropa. In Norddeutschland brüten sie in großer Zahl auf den Salzwiesen. Sie beanspruchen relativ kleine Reviere, daher sind sie ständig zu Revierverteidigung auf der Hut. In Island sitzen sie gerne auf den Straßen, um Autos zu verjagen; das wird vielen Vögeln zum Verhängnis. Aber auch sonst, wo ein großer Bestand vorkommt, wird man ständig von den Vögeln beschimpft. Bei der Balz vollführt das Männchen einen Singflug oder es findet eine Verfolgungsjagd am Boden statt. Irgendwann schlägt das Männchen dann mit den Flügeln, bevor es das Weibchen begattet. Das Nest wird am Boden gut versteckt in der Vegetation gebaut. Das Gelege enthält normalerweise vier Eier, die abwechselnd von den Eltern bebrütet werden. Die Jungen sind Nestflüchter und folgen den Eltern schon kurz nach dem Schlüpfen. Beide Eltern füttern und verteidigen die Jungen energisch, wobei sie durch laute Rufe und Scheinangriffe die Fressfeinde ablenken.

Während der Brut finden sich die Rotschenkel vor allem an den Küsten und an Flussmündungen, außerhalb der Brutzeit gehen sie auch ins Binnenland. Die Nahrung besteht aus Insekten, Würmern, Krebstieren und Weichtieren, die im Schlick oder im Flachwasser gesucht werden. Im Winter fressen Rotschenkel auch Samen und Pflanzenteile. In den Mündungszonen der Flüsse picken sie nach dem Krebs Corophium volutator. Ein Rotschenkel kann pro Tag 50000 dieser Krebse vertilgen. Natürliche Feinde sind Raubvögel, Möwen und Säuger wie der Fuchs, die Eier und Küken erbeuten. Bedrohungen entstehen durch Entwässerung von Feuchtgebieten, Intensivierung der Landwirtschaft und Störungen in den Brutgebieten.

Copyright: Thomas Seilnacht