Bild vergrößern!
Blässgans, Blessgans
Lateinisch: Anser albifrons 
Englisch: White-fronted Goose 
Französisch: Oie rieuse 
 
Klasse: Vögel 
Ordnung: Entenvögel 
Familie: Entenverwandte 
Unterfamilie: Gänse
Größe: bis 80 cm 
Lebensraum: Seen und Flüsse in der Tundra
Das markante Kennzeichen der Blässgans ist die weiße Blässe von der Schnabelwurzel bis zur Stirn. Im Gegensatz zur ähnlich gezeichneten Zwerggans reicht diese normalerweise nicht über das Auge. Typisch ist auch die dunkle Fleckung mit Querstreifen am Bauch, die so bei der Graugans nicht vorkommt. Die Blässgans hat einen rosafarbenen Schnabel und orangefarbene Beine. Bei einer grönländischen Unterart kommt auch ein orangefarbener Schnabel vor. Die Jungvögel tragen im ersten Jahr die Blässe noch nicht, außerdem fehlen die Flecken am Bauch. Bei jüngeren Vögeln ist die Schnabelspitze noch dunkel, während diese bei älteren Vögel weiß erscheint. Blässgänse sind ruffreudiger als Graugänse. Der Ruf klingt insgesamt höher und melodischer.
Das Brutgebiet der Blässgänse liegt in der Tundra des arktischen Nordens. Dort brüten sie auf Inseln von Seen und Flüssen, man findet sie in vegetationsarmen und steinigen Küstengegenden, aber auch in der mit Sträuchern besetzten Bergtundra. Das Nest wird in guter Deckung in einer Bodenvertiefung aus Grasmaterial und Stängeln vom Weibchen gebaut. Allerdings muss für einen optimalen Niststandort auch ein guter Ausblick auf das umliegende Gelände möglich sein, damit Feinde rechtzeitig erkannt werden können. Kurz vor der Brut wird das Nest mit Dunen ausgekleidet. Das Männchen bewacht während der Eiablage das Nest und hält sich zur Brutzeit in der näheren Umgebung des Nestes auf, um vor möglichen Gefahren warnen zu können. Im Hochsommer beginnt die Mauserzeit, dann sind die Altvögel nicht mehr flugfähig, obwohl die Jungvögel ihre Flugfähigkeit noch nicht erlangt haben. Dann bilden die Familien eine große Schar, die bei Gefahr auch auf die Wasserfläche ausweichen kann. Ende August, sobald Jung- und Altvögel ihre Flugfähigkeit erlangt haben - verlassen sie ihr Brutgebiet und fliegen Richtung Süden. Die grönländischen Blässgände machen auf ihrem Flug ins Wintergebiet Rast auf Island, wo sie dann leider auch von Jägern abgeschossen werden. In Mitteleuropa überwintern die Blässgänse auf Äckern oder in Moorgebieten, gelegentlich trifft man sie auf den Salzwiesen an der Nordseeküste an, wo sie reichlich Nahrung finden. Blässgänse fressen hauptsächlich Gräser und Kräuter, in der Tundra fressen sie das Schmalblättrige Wollgras besonders gerne, aber auch Schachtelhalme werden bevorzugt. In ihren Wintergebieten suchen sie nach Süßgräsern, nach Gemüse oder nach Samen aller Art.
Copyright: Thomas Seilnacht