Lacerta bilineata, L. viridis
Merkmale
Die Smaragdeidechsen stellen die größten Eidechsenarten Mitteleuropas dar. Ihr auffälligstes Merkmal ist die leuchtend blaugrüne bis gelbgrüne Grundfarbe, die Männchen haben in der Paarungszeit eine türkisblau gefärbte Kehle. Der lange Schwanz kann das Doppelte der Kopf-Rumpf-Länge erreichen und dient wie bei vielen Eidechsen zur Gefahrenabwehr, da er abgeworfen werden kann (und auch wieder nachwächst). In freier Wildbahn erreichen Smaragdeidechsen ein Alter von acht bis zwölf Jahren, in seltenen Fällen bis zu fünfzehn Jahren.
In Mitteleuropa kommen zwei Smaragdeidechsenarten vor: Die
Westliche Smaragdeidechse und die
Östliche Smaragdeidechse; von beiden existieren mehrere Unterarten. Bei der Westlichen Smaragdeidechse tragen die Jungtiere oft zwei helle Längsstreifen, die bei der Östlichen Smaragdeidechse fehlen oder undeutlich sind. Erwachsene Tiere können durch den Laien ansonsten kaum unterschieden werden. Die Unterscheidung erfolgt hauptsächlich durch den Verbreitungsort: In den Schweizer Kantonen Wallis und Tessin, sowie im Süden Graubündens und im südlichen Jura lebt die Westliche Smaragdeidechse, man findet sie auch in Süd- und Westfrankreich, in Norditalien und im Norden der Iberischen Halbinsel. Bei den Tieren in Österreich und Deutschland, zum Beispiel auch im Kaiserstuhl, handelt es sich um die Östliche Smaragdeidechse. Diese Art lebt auch auf dem Balkan und in den südlichen Gebieten Osteuropas. Die
Mauereidechse und die
Zauneidechse können mit jungen Smaragdeidechsen verwechselt werden, diese beiden Arten bleiben aber deutlich kleiner und unscheinbarer gefärbt. Im direkten Vergleich wirken die Smaragdeidechsen kräftiger gebaut und zeigen eine intensivere Grünfärbung.
Lebensweise
Die Smaragdeidechsen sind tagaktiv und suchen häufig sonnenexponierte Plätze auf, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Dann kann man sie auch gut beobachten. Sie bevorzugen warme, trockene Lebensräume mit dichter Vegetation und Versteckmöglichkeiten. Die Winterruhe dauert in Mitteleuropa drei bis fünf Monate von Oktober bis März. Während der Aktivitätsperiode sind die Eidechsen besonders in den warmen Vormittags- und Nachmittagsstunden aktiv. Männchen verteidigen im Frühjahr ihre Reviere gegen Rivalen. Die Paarungszeit beginnt im Mai und dauert bis Juni. Die Weibchen legen im Frühsommer vier bis zwanzig Eier in den lockeren Boden oder unter Steine, die Jungen schlüpfen nach sechs bis zehn Wochen. Sie sind sofort selbständig, nach zwei bis drei Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife. Ihre Sterblichkeit in den ersten Lebensjahren ist relativ hoch.
Nahrungserwerb
Smaragdeidechsen sind aktive Tagjäger. Sie erbeuten vorwiegend Insekten wie Heuschrecken, Käfer und Ameisen, fressen aber auch Spinnen, Regenwürmer und kleine Schnecken. Gelegentlich erbeuten sie auch Jungtiere anderer Eidechsenarten. Sie fassen ihre Beute blitzschnell mit ihrer Zunge. Sie können gut klettern und jagen auch in Sträuchern oder in niedrigem Gehölz. Bei Gefahr flüchten sie blitzschnell in die dichte Vegetation oder in selbstgegrabene Erdlöcher.
Feinde und Gefahren
Natürliche Feinde sind Greifvögel, Schlangen, Marder und Katzen. Die größte Bedrohung geht jedoch von der Zerstörung und Verinselung der Lebensräume aus. Umwandlung von Trockenrasen in Ackerflächen, dichte Aufforstung, Verbuschung, sowie der Straßenverkehr dezimieren die Bestände. Hinzu kommen der Einsatz von Pestiziden, die die Nahrungsgrundlage verringern, und der Klimawandel, der extreme Trockenperioden verstärkt. Beide Smaragdeidechsenarten sind gesetzlich geschützt und gelten in vielen Regionen Europas als gefährdet.
Fotos

Smaragdeidechse unbestimmt: Ganzes Tier.

Zwei Smaragdeidechsen suchen die Gesellschaft.

Östliche Smaragdeidechse: Männchen in voller Länge

Östliche Smaragdeidechse: Männchen mit blauer Kehle.