Echsen

Die meisten Echsen haben im Gegensatz zu den Schlangen voll entwickelte Gliedmaßen. Eine Ausnahme stellen die Schleichen dar. Eine sichere Unterscheidung ist aufgrund der Schuppenreihen am Unterbauch möglich: Schlangen haben nur eine Reihe, Echsen mehrere. Die meisten Echsen haben an allen vier Füßen fünf Zehen. Die Größenangaben beziehen sich auf die Gesamtlänge mit Schwanz.


Leguane und Anolis

Bild vergrößern!Zoom Grüner Leguan (Iguana iguana), bis 2 m 
  
Der in seiner Jugend grüne, später grau werdende Leguan lebt in Süd- und Mittelamerika. Er kann mehr als zwei Meter lang werden. Das Weibchen legt bis zu 70 Eier in ein vergrabenes Gelege am Boden, obwohl sich die erwachsenen Tiere überwiegend auf den Bäumen aufhalten. Den langen Schwanz kann der Leguan wie eine Peitsche zur Verteidigung benutzen. Er ist vorwiegend ein Blattfresser und ernährt sich nur gelegentlich von Früchten oder tierischer Kost.
Bild vergrößern!Zoom Halsbandleguan (Crotaphytus collaris), bis 30 cm 
  
Die Halsbandleguane sind im Südwesten von Nordamerika beheimatet. Sie besitzen relativ große Köpfe und eine doppelte, dunkle Bänderung am Hals. Eine besondere Fähigkeit ist das Laufen auf den Hinterbeinen, wobei sie beträchtliche Geschwindigkeiten erzielen können. Das Männchen erscheint zur Paarungszeit leuchtend Türkis. Bei den Weibchen bilden sich für mehrere Tage nach der Paarung rote Flecken an den Flanken, die nach der Eiablage wieder verschwinden. 
Bild vergrößern!Zoom Stirnlappenbasilisk (Basiliscus plumifrons), bis 80 cm 
  
Der grün gefärbte Stirnlappenbasilisk besitzt einen Kopfhelm und einen hohen Rückenkamm, der mit Knochenspangen verstärkt ist. Er hält sich oft auf überhängenden Zweigen auf, kann aber auch hervorragend schwimmen und tauchen. Stirnlappenbasilisken leben in den tropischen Regenwäldern von Mittelamerika und ernähren sich von Kleintieren und Früchten.
Bild vergrößern!Zoom Ritteranolis (Anolis equestris), bis 55 cm 
  
Die Gattung Anolis ist die artenreichste Gattung bei den Echsen. Der auf den Inseln der Karibik vorkommende Ritteranolis lebt überwiegend in den Baumwipfeln und ernährt sich dort von kleinen Amphibien und jungen Vögeln. Manche Arten wie der Rotkehlanolis kann wie die Chamäleons und andere Leguane seine Hautfarbe wechseln.



Agamen
 
Bild vergrößern!Zoom Bartagame (Pogona vitticeps), bis 55 cm

Die Agamen sind von den Leguanen nur aufgrund ihrer Zähne zu unterscheiden. Die Stacheln am Kopf und am Hals der in Australien lebenden Bartagame verleihen dem Tier ein imposantes Aussehen. Bei Gefahr bläst sich der Bodenbewohner weit auf und öffnet dabei den Mund. Der aufgeblähte Halskragen mit seinen weit abstehenden Stacheln soll Fressfeinde abschrecken.



Chamäleons
 
Animation starten!Zoom Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus), bis 60 cm

Die Leguane und die Chamäleons besitzen eine Zunge, die zum Jagen und Ergreifen der Beute geeignet ist. Sie fressen gerne Insekten, gelegentlich auch kleinere Vögel. Das Chamäleon schleicht sich außerordentlich langsam an seine Opfer an. Dabei kommen ihm die Fähigkeit zum Farbwechsel und die Zehen seines Fußes zugute, die in zwei Gruppen angeordnet sind und das Greifen erleichtern. Dann schätzt es die Entfernung des Beutetieres mit den Augen ab, die unabhängig voneinander bewegt werden können (siehe animiertes Foto links).
 
Bild vergrößern!Zoom Riesenchamäleon (Furcifer oustaleti), bis 70 cm

Bemerkenswert ist auch die Fähigkeit der Chamäleons ihre Hautfarbe verändern zu können. Nachts sind sie heller gefärbt als am Tage, trächtige Weibchen besitzen eine auffälligere Farbe. Der Farbwechsel dient auch zur Tarnung. Manche Männchen der Chamäleon-Arten können sich so auch farbenprächtige Muster zulegen, um den Weibchen zu imponieren. Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden und vergraben sie an feuchten Stellen.
 
Bild vergrößern!Zoom Gewöhnliches Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon), bis 30 cm

Das Chamäleon öffnet das Maul, und die Zunge wird durch einen komplizierten Muskelapparat unter „Spannung“ gesetzt. Die Zunge erreicht bis zu fünf Meter pro Sekunde und benötigt nur eine hundertstel Sekunde zur Beute. An der Zungenspitze befinden sich Drüsenkissen, die eine klebrige Flüssigkeit aussondern. Die Zunge wird zurückgezogen und die Beute verschwindet in dem sich schließenden Maul. Der Lebensraum des Gewöhnlichen Chamäleons zieht sich von Südspanien über Nordafrika bis Indien und Sri Lanka hin.



 Geckos

Bild vergrößern!Zoom Mauergecko (Tarentola mauritanica), bis 15 cm 
    
Beim Urlaub in Spanien findet man manchmal nachts im Hotelzimmer oder auf dem Balkon dieses kleine, dunkel gefärbte Reptil, das an den Wänden oder der Decke sitzt, um Insekten aufzulauern. Die Haft-Lamellen an den Füßen ermöglichen dem Gecko sogar das Klettern an Glasscheiben. Die beiden mittleren Zehen sind mit Krallen besetzt. Auffällig sind auch seine zu Höckern ausgebildeten Schuppen, die wie Dornen aussehen. Ein Mauergecko gibt bei Gefahr einen quietschenden Laut von sich. Solche oder ähnliche Laute beherrschen die meisten Geckos.
Bild vergrößern!Zoom Europäischer Halbfinger (Hemidactylus turcicus), bis 11 cm 

Diesen Gecko findet man in Spanien häufig auf den Balearen, zum Beispiel auf Formentera oder Ibiza. Er kommt in ganz Südeuropa in Küstennähe vor. Die Pupillenschlitze stehen senkrecht, der Gecko erscheint fleischfarben und ist mit dunkleren Flecken besetzt. Es sind alle Zehen mit Krallen versehen. Der Gecko kann miauen. Er jagt gerne nachts an Hauswänden in der Nähe von Lampen nach Insekten oder Spinnen, gerne sonnt er sich aber auch tagsüber an der Sonne.




   Schleichen
 
Bild vergrößern!Zoom Blindschleiche (Anguis fragilis), bis 50 cm  > Portrait
    
Die Blindschleiche ist eine der anpassungsfähigsten Echsen in Mitteleuropa. Man findet sie selbst in Großstädten wie Paris und London. Blindschleichen sind nicht blind, sie besitzen zwei Augen und sogar eine zweigeteilte Zunge wie die Schlangen. Durch das Züngeln fächeln sie dem Jacobsonschen Sinnesorgan in der Mundhöhle ständig Gerüche zu, wodurch sie sich orientieren und Beute verfolgen können. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von etwa drei Monaten bis zu 25 lebende Junge zur Welt.



   Warane

Bild vergrößern!Zoom Goulds Waran (Varanus gouldii), bis 1,3 m

Die besonderen Merkmale der Warane stellen ihr langer Hals, ihre mit kräftigen Krallen besetzten Gliedmaßen und ihre kräftigen Schwänze dar. Die größten Warane wie der Komodowaran erreichen eine Länge von bis zu drei Metern und werden bis zu 165 Kilogramm schwer. Goulds Waran ist die häufigste Waran-Art. Sie kommt in Australien vor und erreicht beträchtliche Geschwindigkeiten bei der Fortbewegung.
Bild vergrößern!Zoom Komodowaran (Varanus komodoensis), bis 3 m

Der bis zu 70 Kilogramm schwere Komodowaran lebt nur auf den Kleinen Sundainseln in Indonesien. Die Zehen dieses Warans sind mit sehr scharfen Krallen besetzt. Die spitzen Zähne erreichen zwei Zentimeter Länge, sie sind so konstruiert, dass sie sich nicht abnutzen. Mit der langen, zweigeteilten Zunge kann er den Geruch und auch die Richtung der Geruchsquelle bestimmen. Der Komodowaran frisst Insekten und Aas, jagt aber auch große Säugetiere wie Mähnenhirsche und Wildschweine. Beim Biss injiziert er der Beute ein lähmendes Gift, das in den Drüsen am Unterkiefer produziert wird.



   Gürtelechsen
 
Bild vergrößern!Zoom Zwerg-Gürtelschweif (Cordylus tropidosternum), bis 15 cm 

Die Gürtelechsen kommen im südlichen Afrika vor. Sie ernähren sich von Insekten, Würmern und Käfern und bewohnen als hervorragende Kletterer Felsspalten und trockene Steilhänge. Besonders gerne halten sie sich auch unter abgestorbenen Baumstümpfen auf. Der deutsche Name geht auf den schuppigen Schwanz der Tiere zurück, mit dem sie sich verteidigen. Gürtelschweife bringen lebende Junge zur Welt.  



   Skinke
 
Bild vergrößern!Zoom Wickelschwanz-Skink (Corucia zebrata), bis 76 cm 

Fast alle Skinke sind mit glatten, sich überlappenden Schuppen bedeckt, was ihnen ein fischähnliches Aussehen verleiht. Manche Arten haben keine Gliedmaßen, bei anderen sind sie gut ausgeprägt. Der nachtaktive Wickelschwanz-Skink ernährt sich überwiegend vegetarisch. Er ist auf den Salomonen-Inseln in der Südsee beheimatet. Die Weibchen gebären meist nur ein lebendes Junges. Der Skink kann bis zu 20 Jahre alt werden.



  Eidechsen
 
Bild vergrößern!Zoom Waldeidechse (Zootoca vivipara), bis 16 cm 
  
Die kurzbeinige Waldeidechse hat im Vergleich zur Mauereidechse einen kleineren Kopf mit zugespitzter Schnauze. Die Grundfärbung ist wenig kontrastreich beige, braun, graubraun oder rotbraun. Das Männchen hat oft eine dunkle Rückenlinie, beim Weibchen kann ein dunkles Längsband an den Flanken zu sehen sein. Bei den Jungtieren und manchmal auch bei den erwachsenen Tieren kommen „Schwärzlinge“ vor. Diese Art lebt in Mooren, Heiden, Sand- oder Kiesgruben und Wäldern Mittel- und Nordeuropas, teilweise auch südlich der Alpen.
Bild vergrößern!Zoom Algerischer Sandläufer (Psammodromus algirus), bis 30 cm 
  
Der Algerische Sandläufer ist eine relativ große Eidechsenart, die in weiten Teilen Spaniens bis Südfrankreich und in Nordafrika vorkommt. Er hat große, gekielte Rückenschuppen, die wie Dachziegel übereinander liegen. Die Grundfarbe ist braun bis braunoliv, an den Flanken befinden sich zwei gelbliche Streifen, die Unterseite ist hell. Die Männchen zeigen zur Paarungszeit eine rötliche Kehle. Diese Eidechsenart kann bei einer Bedrohung quickende Laute von sich geben.
Bild vergrößern!Zoom Perleidechse (Timon lepidus), bis 75 cm 
  
Die Perleidechse ist die größte und dickste Eidechse Europas. Sie ist viel dicker als eine Smaragdeidechse und hat auch einen sehr langen Schwanz. Der Rücken erscheint braungrau oder leuchtend grün, er ist mit einem rosetten- bis netzartigen Muster aus dunkelgrünen Umrandungen versehen. An den Flanken befinden sich bläuliche Flecken. Die Perleidechse kann gut auf Bäumen herumklettern, und sie sonnt sich gerne auf Ästen oder anderen exponierten Stellen. Diese Art lebt in Spanien und Südfrankreich.


  Mauereidechse       Smaragdeidechse       Zauneidechse

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