Kurzportrait
Weltweit leben heute noch vier Seekuharten. Die bis zu acht Meter lange Riesenseekuh (auch Stellers Seekuh) wurde 1768 durch den Menschen ausgerottet. Die bekannteste „Seekuh“ ist die Karibik-Manati, die als friedlicher Pflanzenfresser in den flachen Küstengewässern im Golf von Mexiko und in der Karibik sowie an der Atlantikküste bis nach Brasilien lebt. Der walzenförmige Körper ist grau bis braun und endet in einer breiten, paddelförmigen Schwanzflosse. Die Vorderflossen dienen zum Steuern und Abstoßen. Die bewegliche Oberlippe ist dicht mit Tasthaaren besetzt, die zur Nahrungssuche eingesetzt werden. Die schweren Knochen wirken dem Auftrieb entgegen, langgestreckte Lungen entlang der Körperachse geben den Auftrieb und stabilisieren die Lage im Wasser.
Seekühe schwimmen langsam, sie tauchen meistens nur wenige Minuten ab und steigen regelmäßig zum Atmen auf. Sie weiden Seegrasflächen ab und nehmen täglich ein Viertel ihres Körpergewichts an Pflanzenmaterial auf. Außerhalb der Paarungszeit leben sie eher einzelgängerisch. Zur Paarungszeit wird die Kuh oft von mehreren Männchen aufgesucht und bedrängt. Nach einer Tragzeit von rund einem Jahr wird meist ein einziges Kalb geboren, das dann von der Mutter gesäugt wird. Seekühe können über 50 Jahre alt werden.
Gefährdung
Die Bestände sind regional gefährdet. Hauptgefahren sind Kollisionen mit Booten, Lebensraumverlust durch Küstenbebauung, Gewässerverschmutzung und das Verfangen in Netzen. Unerwartete Kälteeinbrüche vertragen die Seekühe gar nicht. Zum Schutz muss die Geschwindigkeit der Boote reguliert werden, und es müssen vor allem Schutzgebiete für Seegraswiesen ausgewiesen werden.

