Schneehase
Lepus timidus L.
40 bis 70 cm, max. 6 kg
Familie Hasen  Leporidae

Klasse, Ordnung

Säuger, Hasenartige.

Englisch: Mountain hare.
Französisch: Lièvre variable.

Lebensraum
Gebirge, Tundra, Wälder.

Nahrung
Gräser, Kräuter; im Winter auch Heidekraut, Knospen und Rinden junger Bäume.

AlpenschneehaseLupeAlpenschneehase im Winterfell.
FeldhaseLupeSommerfell.
Merkmale
Lebensweise
Nahrungserwerb
Gefahren
Grafik
Infokarte
Beschreibung
Merkmale

Der Schneehase ist nur wenig kleiner wie ein Feldhase. Die Hinterläufe, die Keulen, sind in etwa gleich lang. Die langen Ohren, die Löffel, sind deutlich kürzer. Je nördlicher der Schneehase lebt, umso kürzer sind seine Ohren. Dies hängt damit zusammen, dass der Hase mit Hilfe seiner Ohren den Blutkreislauf und damit Wärmeverluste regelt. Im Winter erscheint das Fell mit Ausnahme der Ohrenspitzen weiß. Im Sommer trägt der Schneehase am Rücken und auf den Seiten ein hellbraunes Fell, der Schwanz ist wie die Bauchunterseite hell bis weiß. Der Farbwechsel ermöglicht dem Schneehasen immer eine gute Tarnung. Die Behaarung der Füße ist beim Schneehasen besonders dicht.


Feldhase, Schneehase, Wildkaninchen im VergleichLupe

 
Lebensweise

Es existieren in Europa zwei Unterarten: In den Alpen kommt der Alpenschneehase auf bis zu 3700 Metern Höhe vor. Weit verbreitet ist der Nordische Schneehase, der leicht kürzere Ohren hat und im Sommerkleid die weiße Fellfarbe weitgehend beibehält, sofern er in Gebieten lebt, in denen es viel Schnee hat. Es hängt vom Schnee und vom Breitengrad ab, manche Schneehasen führen einen Fellwechsel durch, andere nur ansatzweise. Während dem Fellwechsel im Frühjahr findet man auch Schneehasen mit rotbraunem Kopf, weißer Brust und weißem Bauch sowie graubraunem Rücken (siehe Foto aus Lappland unten). In Gebieten mit weniger Schnee, beispielsweise in Irland, legt er sich niemals ein weißes Winterkleid zu. Der Nordische Schneehase ist in Skandinavien, in Schottland und Irland, in Teilen Osteuropas und im gesamten nördlichen Asien anzutreffen. Im Tiefland lebt er in lichten Wäldern, in Steppengebieten, Heiden und Mooren der Tundra, in Russland auch in Schilfgebieten und Feldern.

Schneehasen sind überwiegend in der Nacht, in den frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung aktiv. Tagsüber verharren sie in einer Bodenvertiefung oder in einer Grube im Schnee. Während der Fortpflanzungszeit sieht man sie auch am Tage. Sie bilden Gruppen mit bis zu 100 Exemplaren. Der Gruppenzusammenhalt schützt das einzelne Individuum besser vor Fressfeinden. Das Weibchen bringt zwei- oder dreimal pro Jahr Junge in einer Vertiefung am Boden oder im Schnee zur Welt. Die Tragezeit beträgt bis zu zwei Monate, damit ist der Schneehase bei der Fortpflanzung nicht so produktiv wie der Feldhase. Das Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten ist ansonsten sehr ähnlich.


Nahrungserwerb

Schneehasen fressen gerne Gräser und Kräuter, in der kalten Jahreszeit auch Heidekraut oder die Knospen und Rinden junger Bäume. Im Winter werden auf der Suche nach Nahrung oder zum Schutz vor Kälte und Greifvögeln Gänge in den Schnee gegraben.


Feinde und Gefahren

Zu den natürlichen Feinden zählen der Fuchs und der Luchs, sowie größere Greife. Schneehasen werden in ihrem Bestand besonders durch die Klimaerwärmung bedroht. Wenn der Frühling frühzeitig zu warm ist, kommen sie mit dem Fellwechsel nicht nach, so dass die Tarnung nicht mehr gewährleistet ist: Ein Greif kann einen Schneehasen mit weißem Fell leicht im grünen Gras erkennen. Auch der Befall mit Parasiten kann ein Problem darstellen.


Fotos und Zeichnungen
 
Bild vergrößern! ZoomKI-Foto: Nordischer Schneehase in der Tundra.
Bild vergrößern! ZoomEchtes Foto: Schneehase beim Fellwechsel in Lappland.
Bild vergrößern! ZoomSchneehase: Farbzeichnung vor weißem Hintergrund.
Bild vergrößern! ZoomSchwarzweißzeichnung vor weißem Hintergrund.
© Thomas Seilnacht / Handbuch / Lizenz / Impressum / KI-Erklärung / Datenschutz / Literaturquellen