Nutria, Sumpfbiber
Myocastor coypus  Molina
40 bis 65 cm, max. 10 kg
Familie Stachelratten  Echimyidae

Klasse, Ordnung

Säuger, Nagetiere.

Englisch: Nutria.
Französisch: Ragondin.

Lebensraum
Flüsse, Kanäle, Seen, Weiher.

Nahrung
Wasserpflanzen, Uferpflanzen, Süßwassermuscheln, Schnecken, Würmer; im Winter auch Wurzeln.

Nutria beim LaufenLupeNutria beim Laufen an Land.
Nutria beim SchwimmenLupeNutria beim Schwimmen.
Merkmale
Lebensweise
Nahrungserwerb
Problematik
Grafik
Infokarte
Beschreibung
Merkmale

Die Nutria kennt man auch als „Sumpfbiber“ oder als „Biberratte“. Das relativ schwere Nagetier hat einen langen, runden, mit Schuppen bedeckten Schwanz. Die Bisamratte ist im Gegensatz dazu kleiner und hat einen seitlich zusammengedrückten Schwanz. Die Nutria ist etwas kleiner als ein Biber, dieser hat einen fischähnlichen und platten Schwanz. Die kleinere Bisamratte einen kürzeren, abgeflachten Schwanz. Das kurze braune Fell bei der Nutria glänzt und ist wasserundurchlässig. Die Schnauzspitze ist hell. Die kleinen Augen findet man relativ weit oben am Kopf. Die ersten vier Zehen der Hinterfüße sind mit Schwimmhäuten ausgestattet. Nutrias sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Der Zahnschmelz der Nagezähne ist orange gefärbt, was durch Eisenverbindungen verursacht wird.
Biber, Nutria und Bisamratte im VergleichLupe

 
Lebensweise

Die Nutrias graben an Uferböschungen einen Erdbau. Der Eingang liegt in der Regel dicht über der Wasseroberfläche. Dadurch unterscheidet sich der Bau der Nutria von der Wohnburg des Bibers und dem Bau der Bisamratte. Bei diesen beiden liegt der Eingang stets unter der Wasseroberfläche. Im Erdbau leben die Nutrias als Familie, die bis zu einem Dutzend Tiere umfassen kann. Das Weibchen wirft pro Jahr zwei- oder dreimal Junge. Pro Wurf können bis zu acht Jungtiere geboren werden.


Nahrungserwerb

Der Sumpfbiber liebt Flusslandschaften, Seen, Weiher und Entwässerungskanäle. Dort ernährt er sich vorwiegend vegetarisch von Wasserpflanzen und Uferpflanzen. Gelegentlich nimmt er auch Süßwassermuscheln, Schnecken oder Würmer zu sich. Im Winter frisst er die Rhizome der Uferpflanzen.


Problematik

Die Nutria war ursprünglich in Südamerika beheimatet. Mit der ähnlich aussehenden und in Nordamerika beheimateten Bisamratte ist sie nicht verwandt, sie gehört zur Familie der Stachelratten. In Europa wurde sie als Pelzlieferant für Nutria-Felle eingeführt. Durch Auswilderungen verbreitete sie sich seit dem 18. Jahrhundert in Teilen Mitteleuropas, Italiens bis hin nach Osteuropa und in den Balkan. In Skandinavien und auf den Britischen Inseln kommt sie nicht vor. Als invasive Art richtet der Sumpfbiber Schäden an Deichanlagen und an den Uferpflanzen an. Die Schäden sind allerdings geringer als die der Bisamratte, die durch den Sumpfbiber zurückgedrängt wird.


Zeichnungen zur Nutria

Bild vergrößern! ZoomNutria: Farbzeichnung vor weißem Hintergrund.
Bild vergrößern! ZoomSchwarzweißzeichnung vor weißem Hintergrund.


Artenvergleich

Im Vergleich zur Bisamratte Ondatra zibethicus Linnaeus ist die Nutria deutlich größer. Der Schwanz bei der Nutria ist im Querschnitt rund, bei der Bisamratte ist er abgeflacht wie ein Ruderblatt. Auch ist die Schnauze der Bisamratte spitzer und der Kopf kleiner, ebenso die Ohren. Beim Schwimmen ist die Unterscheidung noch schwieriger: Bei der Bisamratte zeigen die Tasthaare nach vorne, die kleinen Ohren liegen mehr im Fell. Die Bisamratte schwimmt mehr untergetaucht, während man bei der schwimmenden Nutria den breiten Rücken gut sehen kann.


Fotos zur Bisamratte

Bild vergrößern! ZoomBisamratte mit abgeplattetem Schwanz.
Bild vergrößern! ZoomSchwimmende Bisamratte mit kleinen Ohren.
Bild vergrößern! ZoomBisamratte: Farbzeichnung vor weißem Hintergrund.
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