Kurzportrait
Die bis zu 5,80 Meter hohe Giraffe lebt in den afrikanischen Savannen südlich der Sahara. Trotz des über zwei Meter langen Halses ist sie ein Wiederkäuer. Die dunklen Flecken auf hellem Grund des Fells dienen zur Tarnung und zur Regulierung der Körpertemperatur. Muskeln in der Speiseröhre befördern den Nahrungsbrei vom Netzmagen wieder in den Mund, um ihn erneut durchzukauen. Die Giraffe weidet das Laub von Bäumen ab und hat keine Nahrungskonkurrenten. Ihre 45 bis 50 Zentimeter lange, dunkel gefärbte Zunge ist sehr beweglich und greift die Blätter zwischen den Dornen hervor. Akaziendornen können einer Giraffenzunge nichts anhaben. Herz und Blutgefäße sind für den hohen Blutdruck angepasst. Ventil- und Schwellkörpersysteme in den Kopf- und Halsgefäßen verhindern eine Ohnmacht beim schnellen Aufrichten. Die kleinen, fellbedeckten Knochenzapfen am Kopf unterscheiden sich bei Männchen und Weibchen.
Die Männchen kämpfen miteinander, wobei sie die Hälse als Hebel einsetzen. Bei der Paarung besteigt das Männchen das kleinere Weibchen von hinten. Die Geburt der Jungen erfolgt im Stehen, wobei diese über zwei Meter herabfallen. Die 1,80 Meter hohen Jungtiere haben schon lange Beine, der lange Hals entwickelt sich erst später. Eine Stunde nach der Geburt können sie schon auf ihren Beinen stehen, und ein paar Stunden später laufen sie bereits. Diese schnelle Entwicklung ist für das Säugetier absolut notwendig, um an das Euter der Mutter zu kommen. Die jungen Giraffen sind recht wehrlos – sie werden von Großkatzen und Wildhunden attackiert – die erwachsenen Giraffen können sich mit wirksamen Tritten der Vorderhufe gut verteidigen. In freier Wildbahn beträgt die Lebenserwartung der Giraffe 20 bis 25 Jahre.
Gefährdung
Regionale Bestände sind durch Lebensraumverlust, Wilderei und Zerschneidung von Wanderwegen bedroht. Die Vernetzung der Schutzgebiete, Wiederaufforstung von geeigneten Wäldern und Absprachen mit Gemeinden an den Wasserstellen tragen dazu bei, Giraffenpopulationen langfristig zu sichern.

