Damhirsch
Dama dama L.
bis 140 cm, max. 90 kg
Familie Hirsche  Cervidae

Klasse, Ordnung

Säuger, Paarhufer.

Englisch: Fallow deer.
Französisch: Daim.

Lebensraum
Laub- und Mischwälder.

Nahrung
Gräser, Kräuter, frischen Triebe, Eicheln, Bucheckern.

DamhirschLupeDamhirsch mit typischem Geweih.
Damhirsch: HirschkuhLupeWeibliche Hirschkuh.
Merkmale
Lebensweise
Nahrungserwerb
Gefahren
Grafik
Infokarte
Beschreibung
Merkmale

Beim Damhirsch hat der männliche Hirsch ein schaufelartiges Geweih mit einem nach hinten gezogenen Dorn. Im Gegensatz zum Rothirsch ist der Damhirsch deutlich kleiner. Das Fell des Damhirsches erscheint im Sommer in einem hellen Rotbraun mit hellen Flecken. Der Sikahirsch zeigt im Sommerkleid auch helle Flecken, dieser trägt jedoch ein eher kleines Geweih mit spitzen Enden. Im Winter ist das Fell des Damhirsches eher graubraun gefärbt, die Flecken sind nur undeutlich. Das Weibchen, die Hirschkuh, ist kleiner, sie trägt auch kein Geweih. Männchen und Weibchen haben einen weißen, schwarz umrandeten Spiegel an der Hinterseite des Oberschenkels. Der Damhirsch hat das typische Gebiss eines Wiederkäuers, die Gebissformel lautet oben pro Kieferhälfte 0/0/3/3 und unten 3/1/3/3, insgesamt hat er also nur 32 Zähne. Im Gegensatz zum Rothirsch fehlen die Eckzähne im Oberkiefer. Die Trittsiegel der Fährte erscheinen schmaler und spitzer als beim Rothirsch.

Rothirsch, Sikahirsch und Damhirsch im VergleichLupe

 
Lebensweise

Damhirsche bilden kleine Rudel, die Geschlechter sind getrennt. Man findet sie in lichten Wäldern oder Parks. Sie kommen überall in Zentraleuropa vor, dann auch auf den Britischen Inseln, in Südskandinavien und vereinzelt in den Ländern des Mittelmeerraumes.

Jedes Frühjahr werfen die männlichen Hirsche ihre Geweihe ab. Das Geweih bricht über den Rosenstöcken am Stirnbein ab. Die Geweihe wachsen innerhalb kurzer Zeit wieder nach. Mit Hilfe ihrer Geweihe führen sie im Herbst Rivalenkämpfe durch. Das tiefe, orgelartige Röhren ist ein Signal, mit dem sie sich gegenüber Nebenbuhlern behaupten. Sie scharren Brunftkuhlen aus und beanspruchen so einen Brunftplatz. Die weiblichen Hirschkühe suchen nur die Brunftplätze der stärksten Hirsche auf. Im Gegensatz zum Rothirsch werden die Weibchen vom Hirsch nicht zu einem Rudel getrieben. Nach der Brunftzeit leben die alten Männchen meist als Einzelgänger, während die Weibchen in den Gruppen zusammenbleiben.

Nach einer Tragezeit von etwa acht Monaten bringen die Hirschkühe im Frühsommer des folgenden Jahres ein oder zwei Hirschkälber zur Welt. Diese werden etwa vier Monate lang gesäugt. Sie sind nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Ein Damhirsch kann bis zu 25 Jahre alt werden.


Nahrungserwerb

Damhirsche sind wie die Rothirsche Wiederkäuer und ernähren sich von Blättern, Gräsern, Kräutern, frischen Trieben, Kastanien, Eicheln und Bucheckern. Sie gehen aber auch an das Getreide und fressen Kartoffeln und Rüben. Das Wiederkäuen ist indirekt auch ein Schutzmechanismus: Hirsche waren früher oft die Beutetiere größerer Räuber. Die Hirsche fressen bei gutem Nahrungsangebot sehr schnell und so viel wie möglich auf einmal. Dann ziehen sie sich an einen sicheren Ort zurück und beginnen in aller Ruhe mit dem Wiederkäuen. Das Aufnehmen und Zerkauen der Nahrung nennt man Äsen. Sie wird hinuntergewürgt und gelangt in den Pansen. Beim Wiederkäuen wird nach einer Vorverdauung im Pansen und Netzmagen die Nahrung wieder hervorgewürgt und erneut durchgekaut. Im Pansen werden schwer verdauliche Kohlenhydrate – wie die für viele andere Tierarten unverdauliche Cellulose – mit Hilfe von Mikroorganismen zu Stoffen abgebaut, die verwertbar sind. Die dabei freiwerdenden Gase wie Kohlenstoffdioxid oder Methan sammeln sich im Netzmagen, von dort werden sie durch Rülpsen wieder abgegeben. Die wiedergekäute Nahrung gelangt nach einer Entwässerung im Blättermagen in den Labmagen, dem „vierten“ Magen der Wiederkäuer. Dort werden dann der Nahrung weitere Nährstoffe entzogen. Damhirsche beschäftigen sich pro Tag mehrere Stunden mit dem Wiederkäuen.


Feinde und Gefahren

Früher war der Wolf ein gefürchteter Feind des in freier Wildbahn lebenden Damhirsches, heute fallen die jungen Kälber höchstens noch einem Wildschwein oder einem Rotfuchs zum Opfer.


Fotos und Zeichnungen

Bild vergrößern! ZoomDamhirsch beim Wiederkäuen auf einer Wiese (KI).
Bild vergrößern! ZoomDamhirschkuh mit einem Hirschkalb (KI-Foto).
Bild vergrößern! ZoomMännlicher Damhirsch: Farbzeichnung.
Bild vergrößern! ZoomMännlicher Damhirsch: Schwarzweißzeichnung.
Bild vergrößern! ZoomGrafik: Strichzeichnung eines Wiederkäuermagens (gif).
Bild vergrößern! ZoomIllustration: Magen eines Wiederkäuers (gif).
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