Das Männchen der Schwarzkopfruderente trägt im Prachtkleid eine schwarze Kopfhaube, die deutlich zum übrigen Weiß am Kopf kontrastiert. Sehr auffällig ist auch der blaue Schnabel, der kupferrote Körper, und oft hält die Ente den Schwanz in die Höhe. Das Weibchen ist unscheinbar grau, lediglich an den Wangen befindet sich ein heller Fleck. Ihr Schnabel zeigt das Blau nur im Ansatz. Bei der ähnlichen
Weißkopfruderente ist die schwarze Kopfhaube beim Männchen viel kleiner ausgeprägt und auch die kupferrote Färbung des Körpers fehlt. Die Weibchen sehen dagegen sehr ähnlich aus.
Schwarzkopfruderenten waren ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Seit 1953 entkamen in Großbritannien versehentlich einige Exemplare aus der Gefangenschaft. Aus diesen wenigen entwickelten sich im Laufe der Jahre tausende, wild brütende Brutpaare. Die Schwarzkopfruderenten haben sich seither bis nach Spanien verbreitet, wo sie sich mit der extrem seltenen und fast ausgestorbenen
Weißkopfruderente paaren. Daher besteht die Möglichkeit, dass die Weißkopfruderente durch Verpaarung ausstirbt. In Großbritannien beschloss man im Jahr 2003 in einer höchst umstrittenen Entscheidung, die Schwarzkopfruderenten auszurotten. In etwas schonenderen Maßnahmen nehmen ornithologische Vereine oder Naturschutzzentren die Ruderenten auf und geben ihnen an separierten Teichen ein Zuhause. Ob diese Maßnahmen allerdings den natürlichen Lauf der Dinge wesentlich beeinflussen können, erscheint fraglich.
Ruderenten sind im Vergleich zu den gewöhnlichen Enten noch mehr an das Wasser angepasst. Sie haben sehr große Füße, ihre Beine sitzen weit hinten am Körper, so dass sie beim Watscheln an Land sehr unbeholfen wirken. Dadurch können sie aber hervorragend schwimmen, was durch den langen, spitzen Steuerschwanz noch unterstützt wird. Schwarzkopfruderenten sind Tauchenten, die im Schlamm nach Insektenlarven und Wasserpflanzensamen suchen. Während der Balz klopft das Männchen mit seinem Schnabel auf die Brust und quakt dabei. Unter dem Brustgefieder befindet sich eine Art Luftsack, aus dem dann Luftblasen entweichen und ein Blubbern im Wasser erzeugt. Dadurch soll das Weibchen beeindruckt werden. Das Nest wird im Riedgras nahe beim Wasser gebaut.