Krabbentaucher
Lateinisch: Alle alle
Englisch: Little Auk
Französisch: Mergule nain
Klasse: Vögel
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Alkenvögel
Größe: bis 19 cm
Lebensraum: Blockhalden und Felsgeröll
Der Krabbentaucher ist der kleinste europäische Alk. Er besitzt einen gedrungenen Körper und einen sehr kurzen Schnabel für einen Alk. Oberseits ist das Gefieder schwarz bis schwarzbraun, die Unterseite ist weiß. Im Brutkleid erscheinen Kopf und Hals dunkel, im Schlichtkleid zeigt sich eine deutlich weiße Wange. Der Ruf ist ein rollendes, schnurrendes Trillern, das in Kolonien als vielstimmiges „Krrr“-Geschnatter zu hören ist. Die Flügelspannweite beträgt 34 bis 38 Zentimeter, das Gewicht 130 bis 170 Gramm.
Die Art brütet in riesigen Kolonien in Grönland, Spitzbergen, Franz-Josef-Land und weiteren Teilen der Arktis. Bevorzugt werden Blockhalden und Felsritzen. Balz und Paarung finden auf dem Wasser statt. Das Nest liegt tief in Spalten oder unter Felsblöcken, es ist meist nur wenig ausgepolstert. Es wird nur ein einziges Ei gelegt, das von beiden Eltern bebrütet wird. Die Brutdauer beträgt etwa vier Wochen. Nach rund drei bis vier Wochen wandern die Jungvögel nachts zur See ab.
Den Winter verbringen die Krabbentaucher auf dem Nordatlantik und in der Barentssee.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Zooplankton wie Ruderfußkrebse, dann auch aus kleinen Krebstieren und Fischlarven. Der Krabbentaucher ist ein wendiger Unterwasserjäger, er bewegt sich unter Wasser mit Flügelschlägen und fängt so seine Beute. Sie wird im Schnabel abtransportiert.
Zu den natürlichen Feinden zählen Polarfüchse, Raubmöwen und Eismöwen. In den Krabbentaucherkolonien werden oft die Eier geplündert oder die Jungvögel gefangen. Weitere Bedrohungen entstehen durch den Klimawandel infolge einer Verschiebung der Zooplanktonbestände, durch Ölverschmutzungen oder durch Beifang beim Hochseefischen. Auch Veränderungen in der Meeresökologie wirken sich direkt auf den Bruterfolg aus.