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Eiderente
Lateinisch: Somateria molissima 
Englisch: Common Eider 
Französisch: Eider à duvet 
 
Klasse: Vögel 
Ordnung: Entenvögel 
Familie: Entenverwandte 
Unterfamilie: Enten 
Größe: bis 70 cm 
Lebensraum: Meeresküsten, im Winter auch im Binnenland
Im Prachtkleid ist das Männchen an der Unterseite und am Kopf überwiegend dunkel und an Oberseite und Hals hell gefärbt. Das Gefieder des Weibchens ist unscheinbar braun gebändert. Eiderenten erkennt vor allem auch an der typischen Dreiecksform des Kopfes. Junge Männchen sind noch nicht ausgefärbt, sie erscheinen gescheckt.
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Weibchen und Pärchen
Weibchen mit Jungen, noch nicht ausgefärbte Männchen
Eiderenten können auf der Suche nach Nahrung bis zu zwanzig Meter tief tauchen. Normalerweise gehen sie aber nicht tiefer als zehn Meter und bleiben bis zu vierzig Sekunden unter Wasser. Am Meeresboden sammeln sie Muscheln, Strandschnecken und Krabben, die sie mit ihrem kräftigen Schnabel zerknacken können. Während der Balzzeit finden sich die Eiderenten in großen Trupps zusammen. Das Zurückwerfen des Kopfes ist ein typisches Balzritual. Das Weibchen knurrt, während das Männchen ein Gurren, bestehend aus drei Tönen, von sich gibt. Beim Brüten verbringt das Weibchen rund um die Uhr seine Zeit beim Gelege und verhungert dabei fast. Es kann das Nest direkt auf gefrorenem Boden errichten, da Eiderdaunen hervorragend Wärme speichern. Dabei rupft sich das Weibchen seine Federn von der Brust. Eiderenten brüten in Kolonien von bis zu dreitausend Nestern. Schon kurz nach dem Schlüpfen der Jungen führt die Mutter ihre Küken zu Artgenossen, so dass sich große "Kindergärten" mehr als einhundert Jungvögeln bilden. Diese werden dann gemeinsam betreut. Dadurch kann sich die Mutter auch relativ schnell vom Brüten erholen und ihre Fettreserven wieder auffüllen. Im Winter begeben sich die Eiderenten in küstennahe Gewässer, gelegentlich aber auch bis zu den schweizer Seen des Alpenvorlandes.
In Island ist das Sammeln von Eiderdaunen ein einträgliches Geschäft. Ihre Weichheit und ihr Wärmespeicherungsvermögen machen diese Daunen zu einem begehrten Artikel. Einhundert Nester bringen etwa ein Kilogramm Daunen. Die Daunenfedern werden erstmals nach Fertigstellung des Nestes herausgenommen und dann nochmals am Ende der Brutzeit. Das Weibchen wird dadurch gezwungen, doppelt so viele Daunen von seiner Brust zu reißen und ist einem besonderem Stress ausgesetzt. Heute erscheint dieses Geschäft sehr fragwürdig, da moderne Kissen aus synthetischen Materialien genauso gut Wärme speichern und dabei noch wesentlich bessere Stützeigenschaften aufzeigen. Vor allem halten die modernen Kissen länger, während Daunenfedern im Kissen nach einiger Zeit zerbrechen und damit ihre stützenden Eigenschaften relativ schnell verlieren. Außerdem sind synthetische Kissen gesünder, sofern sie nach dem Standard für Ökotextilien hergestellt sind, da bei ihnen kaum ein Allergierisiko besteht.
Copyright: Thomas Seilnacht