StartTiere Säuger


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Biber  
lateinischer Name: Castor fiber 
englischer Name: Beaver 
französischer Name: Castor 
 
Klasse: Säuger 
Ordnung: Nagetiere 
Familie: Biber 
 
Größe: 83-110cm, bis 30kg 
Lebensraum: Ufer von Flüssen
 
 
 
Die größten Exemplare des Bibers werden mehr als einen Meter lang und erreichen ein Gewicht über 30 Kilogramm. Das größte Nagetier Europas ist somit schwerer als ein Reh. Sein auffälligstes Merkmal ist der flache, beschuppte und fischähnliche Schwanz, der auch Kelle genannt wird. Er dient als Ruderschwanz zum Schwimmen. Die Hinterfüße sind mit einer Schwimmhaut bespannt. Die zweite Zehe ist mit einer Doppelkralle besetzt, damit kann der Biber sein Fell gut durchbürsten. Beim Schwimmen und Tauchen werden die Augen durch eine dünne, transparente Haut geschützt. Diese Nickhaut kann bei Bedarf eingesetzt werden. Im Afterbereich besitzt der Biber ein Drüsenpaar, das ein moschusartiges Öl absondert. Damit fettet er sich ein, so dass sein Fell wasserabweisend wird. Das Öl dient auch gleichzeitig zur Reviermarkierung. Früher wurde das Öl in der Volksmedizin als Bibergeil eingesetzt. Es diente als Medizin gegen Krämpfe, Anfälle und Nervosität. Die Felldichte erreicht beim Biber mehr als 20000 Haare pro Quadratzentimer, im Vergleich dazu sind es beim Menschen nur 600 Haare pro Quadratzentimer.  
  
 
Kopfskelett des Bibers
   
 
Ein weiteres markantes Merkmal des Bibers sind seine großen Nagezähne, mit denen er auch harte Hölzer durchnagen kann. Beim Nagen stützt er sich auf seinen Schwanz ab. In einer Nacht fällt ein Biber ohne weiteres einen Baum mit 30-40 Zentimeter Durchmesser. Beim Nagen schneidet er keilförmig zwei bis drei Zentimeter breite und bis zu 15 Zentimeter lange Späne ab. Dadurch entsteht am angenagten Baum die typische Sanduhrform. Der Biber fällt die Bäume, damit er an die nährstoffreichen Knospen kommt. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn die grüne Vegetation im Winter nicht mehr vorhanden ist. Ein erwachsener Biber frisst in Winter am Tag etwa fünf Kilogramm Rinde. Die Verdauung der schwer verdaulichen Zellulosenahrung wird durch die Ausbildung eines langen Blinddarms unterstützt.  
   
 
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Biber nagen an Bäumen solange, bis sie umfallen.
   
 
Ein weiterer Grund für das Fällen von Bäumen ist die Beschaffung von Baumaterial für die Wohnburg. Unter bestimmten Umständen bauen die Biber ihre Wohnburg in einer lehmigen Uferwand, in die sie Röhren graben. Der Eingang zu einer solchen Höhle befindet sich stets unter Wasser. Gibt es keine erhöhten Ufer, bauen die Biber eine große Burg von mehreren Metern Durchmesser und Höhe. Die Burg besteht aus Knüppeln, Reisig, Erde und Steinen. Ist der Wasserstand zu niedrig, bauen sie einen Damm, mit Hilfe dessen sie auch bei Hochwasser den Wasserstand regulieren können.  
   
 
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Ein Jungtier übt das Nagen schon im Biberbau
  
 
Die Biber leben für viele Jahre in festen Familiengruppen zusammen. Eine Biberfamilie besteht in der Regel aus fünf bis acht Tieren. Dazu gehören die beiden Eltern und jeweils zwei oder drei Junge aus zwei Jahrgängen. Im Alter von zweieinhalb Jahren wandern die jungen Biber von zu Hause weg und suchen sich ein eigenes Revier. Die Jungtiere sind längere Zeit auf die Eltern angewiesen, da sie ihr Fell anfangs nicht selbst einfetten können. Meistens wollen die Jungen anfangs gar nicht ins Wasser gehen, da sie ohne das Fett "klatschnass" werden. Dann helfen die Mütter nach, in dem sie sie einfach ins Wasser werfen. 
 
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